Warum deine Haut spannt – und wie du erkennst, was ihr wirklich fehlt
- Anja
- 11. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Spannende Haut ist eines der häufigsten Hautsignale – vor allem in der kälteren Jahreszeit und nach dem Reinigen. Doch „Spannung“ bedeutet nicht immer dasselbe. Manchmal fehlt der Haut schlicht Feuchtigkeit, manchmal fehlt es an Lipiden (Fetten) – und oft ist es eine Kombination aus beidem.
Doch wie erkennst du den Unterschied? Und wie hilfst du deiner Haut wirklich nachhaltig?
In diesem Beitrag erfährst du alles, was du wissen musst.
1. Warum Haut überhaupt spannt
Spannungsgefühle entstehen, wenn der natürliche Schutz der Haut gestört oder geschwächt ist.
Die häufigsten Gründe:
Kälte & trockene Heizungsluft
zu aggressive oder schäumende Reinigungsprodukte
trockene Luft, Klimaanlagen
Stress oder wenig Schlaf
zu wenig Flüssigkeitszufuhr
falsche oder fehlende Pflegeprodukte
natürliche Hautalterung
Die gute Nachricht: Spannende Haut ist ein deutliches Zeichen – und damit auch gut behandelbar.
2. Feuchtigkeit oder Lipide – was fehlt deiner Haut?
Viele Menschen greifen instinktiv zur „reicheren Creme“, obwohl ihrer Haut vielleicht eher Feuchtigkeit als Fett fehlt.
Hier ist ein einfacher Leitfaden:
Feuchtigkeitsmangel („dehydrated skin“)
Die Haut spannt, fühlt sich rau an und wirkt fahl – aber zeigt gleichzeitig manchmal ölige Stellen.
Typische Anzeichen:
feine Knitterfältchen, besonders um die Augen
Trockenheitslinien, die man beim Lächeln stärker sieht
Gefühl, die Haut „trinkt“ Cremes & Seren sofort weg
Make-up setzt sich in Linien ab
elektrisch aufgeladene oder schuppige Stellen
trotzdem leicht ölig in der T-Zone (häufig!)
Warum das passiert: Die Haut hat zu wenig Wasser, nicht zu wenig Fett.
Was der Haut nun hilft:
Hyaluron
Aloe Vera
Glycerin
Panthenol
Niacinamid
Feuchtigkeitsseren unter der Creme
lauwarm statt heiß reinigen
Hydrosprays / Toner direkt nach der Reinigung
Lipidmangel („dry skin“)
Die Haut spannt dauerhaft – selbst wenn du etwas aufgetragen hast.
Typische Anzeichen:
raue, teilweise schuppige Oberfläche
matte, spröde Haut
Juckreiz
Risse oder rote Stellen
Cremes „liegen auf“ statt einzuziehen
kaum sichtbare Poren
oft auch trockene Hände / trockene Kopfhaut
Warum das passiert:
Der Haut fehlen Lipide (Fette), also die Bausteine, die den Säureschutzmantel stärken und Feuchtigkeit festhalten.
Was der Haut hilft:
Cremes mit Ceramiden
pflanzliche Öle (z. B. Jojoba, Squalan, Avocado)
reichhaltige Formulierungen mit Urea
Barriereschutz-Produkte
milde, nicht schäumende Reinigung
keine Reinigungsbürsten oder aggressive Peelings
3. So findest du heraus, was deiner Haut fehlt
Ein kleiner Selbstcheck, den du jederzeit machen kannst – auch zu Hause im Badezimmer:
„Knittertest“ – Feuchtigkeitsmangel erkennen
Zupfe ganz vorsichtig die Haut zwischen Wange und Kiefer etwas zusammen.
→ Entstehen kleine, feine Knitterlinien?
Dann fehlt Feuchtigkeit.
Spiegeltest – Lipidmangel erkennen
Schau nach dem Reinigen in den Spiegel, bevor du etwas aufträgst:
→ Wirkt die Haut stumpf, rau oder leicht schuppig?
Dann fehlt es an Lipiden.
Zeitfaktor-Test – Wie schnell spannt die Haut?
Direkt nach der Reinigung: eher Feuchtigkeitsmangel
dauerhaft, auch nach Pflege: eher Lipidmangel
Kombi-Typ? Sehr häufig!
Viele Menschen haben Feuchtigkeits- UND Lipidmangel – vor allem im Winter.
Dann braucht die Haut:
1. Feuchtigkeit (Serum)
2. Lipide (Creme)
Beides gemeinsam bringt die Barriere wieder ins Gleichgewicht.
4. Was der Haut jetzt wirklich guttut
Milde Reinigung
Keine schäumenden, austrocknenden Produkte.
Lauwarmes Wasser statt heißem Wasser.
Pflege in Schichten („Layering“)
1. Toner / Hydrospray
2. Feuchtigkeitsserum
3. Barriereschützende Creme
4. Optional: Öl darüber als Abschluss
Wirkstoffe, die deine Haut lieben wird:
Hyaluron → Wasserbindung
Panthenol → beruhigt & regeneriert
Aloe Vera → Feuchtigkeit + Beruhigung
Ceramide → stärken die Barriere
Squalan → glättet & schützt
Niacinamid → verbessert Feuchtigkeitshaushalt und Hautstruktur
Was du noch tun kannst:
Raumklima verbessern - Luftbefeuchter oder einfach eine Schale Wasser auf der Heizung.
Ausreichend trinken - Klingt simpel – wirkt aber spürbar.
Professionelle Behandlung - Gesichtsbehandlungen wie Feuchtigkeitsboost-Facials, sanfte Enzympeelings oder Mesoporation bringen die Haut oft schon nach einer Sitzung ins Gleichgewicht.
Fazit: Spannende Haut ist ein Signal – kein Dauerzustand
Wenn die Haut spannt, zeigt sie dir ganz intuitiv, was ihr fehlt.
Ob Feuchtigkeit, Lipide oder beides: Sobald du ihre Bedürfnisse kennst und richtig reagierst, fühlt sich deine Haut wieder weich, entspannt und ausgeglichen an.
Wenn du dir unsicher bist, was deine Haut wirklich braucht, berate ich dich in meinem Kosmetikstudio in Schwerin sehr gerne persönlich.




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